Man muss nicht jeden Fehler selber machen, man kann aus den Fehlern anderer lernen. Genau das ist das Ziel dieses Seminars und des Meldewesens.
Der Seminarraum war wieder einmal gut gefüllt. Fast alle Anwesenden waren „Stammgäste“. Wir hoffen, auch jene zu erreichen, die bisher nicht regelmäßig zu unseren Veranstaltungen gekommen sind.
Zuerst die gute Nachricht: Es gab nur zwei Fälle zu besprechen, bei beiden bis auf blaue Flecken kein Personenschaden.
Der erste Vortragende hatte am Ende eines langen Fluges beim Plackles gutes Steigen, dann verlor er Höhe und landete in einem Baum. Er wurde von der Bergrettung erst einmal gesichert. Dann brach der Ast, an dem der Schirm hing, ab. Dadurch, dass der Pilot bereits gesichert war, passierte nichts.
Was hatte zum Unfall geführt? Auflebender Südwest-Wind verursachte eine Lee-Situation. Der Pilot hatte das Aufleben des Windes nicht bemerkt oder nicht ausreichend beachtet. Außerdem war der Beschleuniger nicht eingehängt. Das hatte er zuvor im Flug bemerkt, aber nicht behoben.
Der zweite Bericht, der humorvoll und unterhaltsam vorgetragen wurde, behandelte eine unsanfte Landung in steilem Gelände. Der Pilot war mit zu wenig Boden-Abstand zwischen zwei Bäumen durch geflogen, wobei sich eine Leine im Baum verhängte. Der Pilot konnte den Schirm zusammenlegen und im steilen Gelände bis zur Kante der Hohen Wand aufsteigen. Jemand anderer hatte den Absturz beobachtet und einen Notruf getätigt.

@Alpin.de
Durch das Armzeichen „No“ konnte der Pilot signalisieren, dass er keine Hilfe benötigte.
Was lernen wir daraus?
Ausreichend Hang- bzw. Bodenabstand einzuhalten ist wohl einleuchtend. Äste können blitzschnell wachsen 😉
Nach der Landung hätte der Pilot den Notruf 112 wählen sollen und melden, dass er keine Hilfe benötigt. Wenn jemand anderer den Notruf verständigt hat, wird keine unnötige Such- und Bergeaktion gestartet.
Ebenfalls sehr unterhaltsam und informativ war der bei uns bereits bekannte und beliebte Vortragende, Walter Ochsenhofer, genannt Oxi. Er ist Leiter der Behörden-Funktion des Aeroclub, Segelflieger, Fluglehrer, Prüfer, Leiter der Ausbildung, und noch viel mehr.
Ob es ein Unfall, Vorfall, Störfall, etc. ist, und wie diese Begriffe definiert sind, ist nicht so wichtig. Auf jeden Fall: melden, melden, melden!
Die Meldungen dienen dazu, häufige Ursachen zu erkennen und Empfehlungen an Flugschulen, Verbände, etc. zu geben.
Sofern es sich nicht um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt, gibt es keinerlei Konsequenzen. Die Identität des/der Beteiligten ist durch EU-Recht geschützt und darf nicht, auch nicht bei Gericht, weitergegeben werden.
Das Meldeformular ist unter https://e2.aviationreporting.eu/reporting zu finden. Von dort klickt man sich durch zu „Freiwillige Meldung/Einfache Meldung für UAS/HG/PG/FS“. Tipp: Besser auf dem Computer als auf dem Handy. Und wenn am Handy dann Querformat, sonst sieht man den Link nicht.
Anmerkung:
Bei einem Test offenbarte das Meldeformular noch Schwächen, die gleich an die FAA rückgemeldet wurden.
Danke allen Vorragenden und allen Anwesenden für dieses informative und nebenbei auch unterhaltsame Seminar!







